Aktuelle Studie: Wie sich Familienunternehmen auf den demografischen Wandel vorbereiten

Die aktuelle  Studie „In den Startlöchern – wie sich Familienunternehmen auf den demografischen Wandel vorbereiten“ des Kienbaum Instituts @ ISM für Leadership & Transformation zeigt: Familienunternehmen wissen um die Risiken des demografischen Wandels, kennen aber häufig nicht die genauen Auswirkungen auf das eigene Unternehmen. Die Studie liefert zwei zentrale Ergebnisse:

Qualität der Personalarbeit: Die Qualität der Personalarbeit – die sogenannte HR-Exzellenz – ist ein wichtiger Faktor zur Bewältigung der Risiken des demografischen Wandels. Familienunternehmen in der Studie mit einer exzellenten Personalarbeit (28,6%) haben ein deutlich höheres Problembewusstsein und  einen breiteren Kenntnisstand bezüglich demografierelevanter Entwicklungen als die übrigen Unternehmen. Auch nutzen HR-exzellente Unternehmen doppelt so viele demografiespezifische Systeme und Tools zur Bewältigung des demografischen Wandels. Hier sind insbesondere Maßnahmen wie die Nachfolgeplanung, das Gesundheitsmanagement und eine demografieorientierte Personalplanung zu nennen.

Diskrepanz zwischen Bewusstsein, Risikoeinschätzung und spürbaren Auswirkungen: Viel hilft nicht immer viel - Vier von zehn Unternehmen (38%) sind gut über die Risiken des demografischen Wandels informiert und kennen auch die Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Ein kleinerer Teil der Unternehmen (16%) verfügt zwar nicht über solche demografie- und unternehemensbezogenen Kennzahlen, schätzt die Auswirkungen aber als bedeutsam ein.  Trotz des deutlicher ausgeprägten Demografie-Bewusstseins zeigen sich auch bei HR Exzellenz Unternehmen in der Einschätzung der Auswirkungen nur geringe Unterschiede zu den übrigen Unternehmen.  Alarmierend: Jedes vierte Unternehmen (24%) hat sich bislang mit den Auswirkungen des demografischen Wandel nur oberflächlich befasst und verfügt nur über wenige demografie- und unternehemensbezogene Kennzahlen. Diese Ergebnisse zeigen: Vielen Familienunternehmen mangelt es noch an strategischen Ansätzen, um die sich verschärfende Problematik des demografischen Wandels anzugehen.

Für Unternehmen empfiehlt sich somit die Entwicklung eines demografiefesten Personalmanagements. Dazu bedarf es eines strategischen Demografie-Managements mit einer ausbalancierten Kombination an Analysen der Unternehmenssituation, Demografie-Instrumenten, -Systemen und -Maßnahmen. Die Personalbereiche deutscher Familienunternehmen benötigen Transparenz über demografieorientierte Kennzahlen und den zukünftigen Personalbedarf, die Entwicklung der Altersstruktur der Belegschaft, Abgänge von Schlüsselmitarbeitern sowie gegenwärtige und zukünftige Qualifizierungsbedarfe. Wichtig ist, für jeden Unternehmenstypus individuell zu entscheiden, welches Maßnahmenbündel zum Erfolg führt – eine breite Streuung von Maßnahmen ohne strategische Zielsetzung bleibt sonst hinter den Möglichkeiten deutlich zurück.

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